Werder-Fans provozieren Polizeieinsatz gegen Rechtsradikale.
Was ich mich allerdings schon immer gefragt habe: Wie kann man sich eigentlich als Rassist in den Farben einer ziemlich international zusammengestellten Mannschaft kleiden? Um das zu verstehen, muß man wohl einer sein.
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Gestern am frühen Nachmittag fuhr ich mal wieder mit dem Zug Richtung Bremen, diesmal mit dem “Heimspiel-Express” aus Oldenburg. So nenne ich die Regionalbahn einfach spaßeshalber, wenn der Zug voller Werder-Fans ist, die am Samstag nach Bremen fahren, um im Weserstadion ein Heimspiel ihrer geliebten Mannschaft zu sehen.
Die Fans in ihrer Gesamtheit waren auch gar kein Problem, auch wenn ich aufgrund der Anzahl Mitreisender natürlich stehen mußte. Alle waren freundlich und voller Vorfreude auf das Spiel. Aber ausgerechnet in meiner unmittelbaren Umgebung standen ein Heranwachsender und ein älterer Herr, der vermutlich sein Großvater war. Auffällig an ihm war zum einen, daß er vermutlich einer der wenigen ist, die sich ein Trikot des Bremer Torhüters anziehen - Tim Wiese hütet das Tor bekanntlich gern in pink. Natürlich waren speziell pinkfarbene Hemden in den letzten Jahren bei Männern schwer angesagt - witzigerweise vor allem bei der Sorte von Männern, die noch zwei Jahre vorher jedem in rosa gewandeten Geschlechtsgenossen mindestens spöttische Bemerkungen hinterher warfen.
Mit dem Wiese-Trikot hatte ich kein Problem. Meine Nase hätte sich allerdings am liebsten per Schleudersitz davon gemacht. Ich hatte noch gerätselt, ob das Trikot tatsächlich mal dem Torhüter gehört hatte und der Herr, der es ergatterte, in einem Anfall von Heldenverehrung fortan darauf verzichtete, sein farbenfrohes Kleidungsstück zu waschen, damit der heilige Schweiß seines Idols so lange wie möglich erhalten bliebe. Oder aber er gehörte der Gemeinschaft “Fußballfans gegen Seife e.V.” an. Letztlich war mir die Ursache für den Gestank aber egal, da ich unter den Folgen genug zu leiden hatte.
Werder hat übrigens nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder standesgemäß gewonnen. Weiter so, Jungs!
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