Posts Tagged “hurricane”
Das Hurricane-Festival ‘08 ist nun schon wieder ein paar Wochen her und daß wir uns blendend amüsiert haben, habe ich bereits geschildert. Allerdings habe ich es bisher versäumt, den Beweis eines vertonten Filmdokuments nachzureichen. Absichtlich binde ich das Video nicht direkt ein, damit Ihr die Diskussion zwischen dem “Produzenten” des Werks und dem geneigten Publikum geniessen könnt. Ich habe allerdings schon immer vermutet, daß die meisten Fans einiger Bands einfach keinen Sinn für Humor haben - schließlich verzeihe ich ja auch vielen Radiohead-Fans, daß sie die Foo Fighters nicht einmal gesehen haben .
Spaß beim Hurricane
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Wenn das erste, was man am Morgen sieht, die Schnorrkiddies von nebenan bei der Benutzung des eigenen Grills sind, fängt der Morgen richtig toll an. Das Frühstück fiel kurz aus, da wir für das Zusammenpacken und Zum-Auto-Bringen locker drei bis vier Stunden veranschlagen mußten. Die Schätzung kam auch ungefähr hin. Bei der letzten Tour kündigte sich bereits Regen an, auf dem Gelände selbst hielten wir uns passenderweise gerade in einem großen Partyzelt auf, als es richtig schüttete! Der hauseigene DJ hatte dazu passenderweise alles gespielt, was sein Musikarchiv zum Thema “Regen” hergab. Wir saßen jedenfalls trocken, genossen das Schauspiel und staubig war es hinterher jedenfalls nicht mehr.
Die besuchten Bands sind schnell aufgezählt: Flogging Molly, Black Rebel Motorcycle Club und Radiohead haben wir noch durch Anwesenheit beehrt. Naja… für einen Hauptact war es bei Radiohead ziemlich leer, muß ich sagen. Passte so gesehen ganz gut, wir waren ohnehin wegen des “Dann haben wir sie mal gesehen” da. Gute Musik machen sie ja, aber als Frohnaturen sind Radiohead ja nicht unbedingt bekannt.
Beim Blick in den Himmel war es schon fast Nacht… “Moment mal, auf der anderen Seite ist es aber noch hell… war das ein Blitz eben?” Wir drei tauschten schnelle Blicke aus - “Zum Auto, und zwar fix!” Nun gut, das erwartete Unwetter blieb aus, aber aus 2006 sollten alle etwas gelernt haben (Stichwort “Sintflut bei Muse-Auftritt”). Mit Roberts Gutscheinen bewaffnet haben wir noch den örtlichen “King” aufgesucht und leergefuttert, bevor wir gemächlich und navigesteuert nach Hause gefahren sind. Auf heimische Restegrillen haben wir dann doch verzichtet .
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Und wie wir das ja schon von 2006 gewohnt sind: Wenn man gleich am ersten Tag sein Pulver verschießt, tritt man am folgenden Tag automatisch kürzer. Mit anderen Worten: Musikalisch ging nicht mehr viel. Dafür haben wir beim Futtern einen Rekord aufgestellt. Und ich habe beim Dosen…. ähem, Eierbecherwerfen etwas gewonnen, aber davon muß ich noch ein Foto machen .
Das Festival wird übrigens immer internationaler, noch nie habe ich so viele Besucher aus den Niederlanden, Dänemark, Belgien oder sonst woher gesehen oder gehört. Als Nachbarn hatten wir unter anderem ein englisches (?) Pärchen, das von mir eine Ware erstehen wollte, mit der ich nicht handle.
Gegen halb fünf haben wir denn auch mal ein bißchen Musik gehört. Ein wenig Millencolin, ein wenig Rise Against sowie die mich persönlich angenehm überraschenden Kaiser Chiefs hörten wir uns von der Tribühne aus an. Danach - genau, grillen.
Höhepunkt des Tages war mit Abstand der Auftritt der Foo Fighters. Dave Grohl und seine Mannen waren ohnehin der wichtigste Grund für mich, auch dieses Jahr wieder nach Scheeßel zu pilgern und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn die Band offenbar nicht glücklich damit war, nur 90 Minuten lang spielen zu dürfen, haben sie sich mächtig ins Zeug gelegt, nicht zu viel Zeit mit Schnacken verschwendet und einfach einen sehr guten Auftritt hingelegt, Triangel-Solo inclusive! Ob die Foo Fighters überhaupt wußten, wo sie waren (”Hey, Big Festival People!”)? Egal, wir waren jedenfalls glücklich!
Vor dem heimischen Zelt haben wir noch ein paar Vorräte zu uns genommen, nur damit wir nicht so viel zum Auto tragen mußten, versteht sich. Dabei haben wir dann auch gleich noch ein paar Schnorrkiddies aus der Nachbarschaft kennengelernt. Naja, man kann sich seine Nachbarn nicht aussuchen (wenn man als erster sein Zelt aufbaut). Waren jedenfalls angenehmer als Teile der Security: Einer hatte uns gleich am ersten Abend besucht und unsere teelichtbetriebene Laterne offenbar für ein Osterfeuer gehalten oder so. Seine Kollegen düsten das ganze Wochenende über mit ihren Quads über den Platz, damit auch ja kein Zelt von Staub verschont bliebe. Lästig. Gedankennotiz: Nächstes Jahr noch zwei Spaten einpacken.
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Posted by: Curaitis in Uncategorized, tags: chemical brothers, deichkind, disco partizan, festival, fickrock, hurricane, jan delay, monster magnet, rodrigo y gabriela, scheessel, the beautiful girls
Das Wichtigste habe ich gleich nach dem Aufwachen festgestellt: Die Ohrstöpsel haben auch dieses Jahr ihren Dienst getan und mich trotz der mich umgebenden Barbaren schlafen lassen. Fahrt nie ohne Ohrstöpsel auf ein Rockfestival!!!
Na gut, nach dem reichhaltigen Frühstück sind wir - natürlich - nach Scheeßel-City gelaufen. Abgesehen davon, daß wir noch eine Zahnbürste erwerben mußten, ist es jedes Jahr einfach Pflicht, den Einheimischen einen Besuch abzustatten, die Scheeßeler sind wirklich nette Leute! Jedes Jahr dulden sie aufs neue die seltsame Barbarenhorde, die ihren kleinen Ort heimsucht. Naja, die Bollerwagenkinder und die örtlichen Pfandflaschensammler profitieren schließlich genauso von diesem Event wie die örtlichen Fleischer, Apotheken und Getränkehändler.
Nach unserem Einkauf sind wir schnell zum Gelände, zum Grillen blieb uns keine Zeit mehr. [Pause] [Gelächter] War nur Spaß - natürlich haben wir gegrillt . Dieses Jahr sehe ich mich übrigens zu einem Gesundheitsdisclaimer genötigt: Neben fettigem, bestimmt krebserregenden Grillfleisch nebst Soße haben wir drei Salate und diverses Gemüse dabei gehabt. Außerdem habe ich am Festivalwochenende drei Pfund Äpfel gegessen.
Ah ja, das eigentliche Gelände: Die “Osterweiterung” fand ja bereits im letzten Jahr statt - der Eichenring wurde mal eben auf die doppelte Fläche erweitert. Dieses Jahr war allerdings der Boden auch trittfest und keine Schlammwüste wie letztes Jahr. Dennoch war es mit etwa 70.000 Besuchern einfach nur voll.
Musik gab es natürlich auch, und die meisten uns interressierenden Band spielten am Freitag. Mal sehen, wie war das noch chronologisch?
- Turbostaat fielen unserem Mittagessen zum Opfer. Stattdessen machten Shantel & Bucovina Club Orkestar bei uns um kurz vor fünf den Anfang. Keine Frage, die haben Spaß gemacht.
- Um sechs ging es auf der selben Bühne weiter mit den Gitarrengöttern Rodrigo y Gabriela. Leute - es ist nicht zu glauben, was die beiden aus nur zwei Gitarren herausholen. Einer der absoluten Höhepunkte des diesjährigen Hurricane. Der einzige, der sicherlich enttäuscht war, war Rodrigo selbst - man sollte das Publikum eben nur Texte singen lassen, die es auch kennt.
- Danach ein kleiner Abstecher zum Zelt, The Beautiful Girls schauen. Kannte keiner von uns. Eigentlich war der Grund unserer Neugier unser toller Festivalplaner, der die Musik als “Bärtige-Männer-Rock” bezeichnete. Traf es nicht ganz - ich habe mir beim Hören vorgestellt, wie sich “The Police” an Surfer-Rock versuchten. Haben mir übrigens sehr gut gefallen!
- Monster Magnet haben dann wieder im Freien gespielt. Junge, ist der Sänger fett geworden! Unser Planer nannte als Genre übrigens “Fickrock”. Naja… stimmt.
- Von Proleten umgeben haben wir uns (unterschiedlich lange) Deichkind angetan. Hihihi… lustig war es schon… Neulich habe ich als Umschreibung des Stils “Elektro-Trash” gelesen, für ehemalige HipHopper (naja…) nicht schlecht. Schöne Kostüme, witzige Bühnenshow und Ferris MC hat nette neue Kollegen.
- Anschließend mußten wir drei Helden (Robert, Nils und ich) uns leider vorübergehend trennen (tjaja, wir liebten uns zwar, konnten uns aber nie auf gemeinsame Musik im Schlafzimmer einigen… au, au, nicht schlagen!) Erstmal habe ich mir eine halbe Stunde Jan Delay gegeben, der irgendwas gegen Revolverhald hatte. Danach mußte ich fix zur anderen Bühne, um mir die Beatsteaks anzusehen. die finde ich normalerweise schon sehr gut (und aus persönlichen Gründen haben sie bei mir gerade einen besonderen Stein im Brett). Ich glaube, der Auftritt war gut. Wäre allerdings nett, wenn ich auch was von der Musik gehört hätte - ich weiß nicht, welcher Praktikant da an den Reglern saß oder ob sich die Nachbarn über die laute Musik beschwert haben, jedenfalls kam bei mir kaum was verständliches an. Schade.
- Als krönenden Abschluß des Tages haben Nils und ich dann noch die Chemical Brothers angeschaut. Geil, geil, geil! Dazu muß man sagen, daß die beiden Chemiebrüder weder singen noch Instrumente spielen, dafür aber ihre Stücke live auflegen und dabei eine gigantische Licht-, Laser- und Projektions-Show liefern. Und zu Block Rockin’ Beats kann man eben immer noch am Besten tanzen.
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Mit einem Tag Verspätung versuche ich mal, aus dem Gedächtnis einen kleinen Hurricane-Rückblick zu erstellen. Dank Dosenbier aus den Niederlanden und lustigen Dämpfen diverser Festivalbesucher gebe ich keine Garantie auf Richtigkeit, bei einigen Dingen weiß ich nicht hundertprozentig, ob ich sie geträumt habe (versuche, diese Dinge in nächster Zeit durch vorsichtiges Fragen zu verifizieren).
Bis unser Zelt stand, war es jedenfalls ein weiter Weg und noch mehr Arbeit. Das lag gar nicht mal an der Hinfahrt, die wir mit unserem ausgewachsenen Festivalmobil bewältigten (der Carnival bot etwa fünfmal so viel Stauraum wie das Fahrzeug der Vorjahre - mehr Platz hatten wir in beladenem Zustand komischerweise trotzdem nicht).
Nein, die eigentliche Arbeit war das Auffinden eines geeigneten Zeltplatzes. Unser ursprünglicher Wunschplatz war gerammelt voll, als wir dort ankamen. Die einzige genügend große Fläche war bereits von cleheheveren Geschäftsleuten reserviert worden (wie Robert bereits andeutete, mutierte “mein-zelt-steht-schon.de” je nach Laune und Tagesform zu “mein-zelt-brennt-schon.de” oder schlimmerem).
Jedenfalls waren wir mächtig angefressen und suchten uns einen anderen Zeltplatz aus. Er lag rund zwei Kilometer von unserem Parkplatz entfernt, bot allerdings geradezu paradiesische Verhältnisse (grüne Wiese, Toiletten in Blickreichweite). Nach drei weiteren Touren mit dem Bollerwagen (gut, daß wir den mit hatten!) und insgesamt etwa 15 Kilometer Fußmarsch hatten wir dann den ganzen Kram beisammen, das Zelt und den Grill aufgebaut und konnten endlich Grillen und nebenbei old school Fußball im Radio hören.
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MAn könnte auch anders rechnen: Noch 46 Tage bis zum ersten Grillen auf dem Hurricane . Hierzu aus der Rubrik “Dinge, die Männer über 50 nicht mehr essen dürfen”:

(Hacksteack mit Speck umwickelt)
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So, einen hab’ ich noch: Den Sonntag, traditionell als Abreisetag eingeplant.
Der Tag begann (aus den selben Gründen wie am Samstag) für mich um sieben Uhr morgens, das Wetter war nicht ganz so mistig wie am Samstag, die Wege dennoch schlammig. Langsam fragte ich mich, wie es mittlerweile auf den anderen Plätzen aussähe, C2 gehörte ja zu den besseren Zeltplätzen. Irgendwo unterwegs lallte mich jemand an, ob ich Simon kennen würde, der hätte heute Geburtstag (seitdem war “Simon - wir kriegen Dich!” unser neuer Schlachtruf).
Frühstück und Einpackaction zogen sich leider bis in den frühen Nachmittag hin, weshalb einige gute Bands leider flach fielen. Für den Weg zum Parkplatz haben wir aber glücklicherweise den Bollerwagen von unseren lieben Nachbarinnen bekommen, was vieles leichter gemacht hat. Zudem haben wir *räusper* unerlaubterweise durch den Zaun abgekürzt (der korrekte Weg wäre dreimal so weit gewesen).
Der Parkplatz selbst - nun ja, es hatte halt ein paar Tage lang immer mal geregnet, und eine Wiese ist auch irgendwann weich geregnet. Neben “unserem” Benz hatte sich auch schon ein Golf im Schlamm festgefahren, die Rückfahrt konnte also - trotz der angemieteten Traktoren zum Herausziehen der Besucher - heiter werden. Thomas hielt es also für eine gute Idee, den Benz von seinem Platz wegzufahren und ihn näher an der Straße zu parken, damit wir schneller abreisen konnten. Zwei Minuten später saß auch der Benz im Schlamm und nur durch die Muskelkraft von ca. sechs bis acht Leuten, die zufällig in Reichweite waren, konnten wir den Wagen wieder befreien. Puh! Glück gehabt. Und danke nochmal, falls Ihr das lest, liebe Helfer!
Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz kamen wir dann auch am Wohnmobilplatz vorbei. Festsitzende Wohnmobile sind nochmal ein ganz anderes Kaliber, die Befreiungsaktionen allerdings sehr sehenswert.
Auch wenn wir konditionell nicht mehr in Bestform waren, Musik gab es natürlich auch am Sonntag noch. Unter anderem die seit ca. 70 Jahren spielenden Urgesteine des Indie Rock Sonic Youth, war großartig, sie mal live gesehen zu haben. Es folgten, zum gefühlten zwanzigsten Mal, Placebo, die allerdings auch nicht schlecht waren (und durch einige Sätze Deutsch mit interessanter Grammatik glänzten). Auf der blauen Bühne habe ich mir danach noch die Dropkick Murphys angesehen - tja, gute Show, aber was die nun besser als andere Folk-Rock-Bands können, habe ich auf die Schnelle nicht feststellen können. Den Abschluß bildeten bei mir Pearl Jam, die mir auch sehr gefallen haben. Trotzdem werde ich nach dem Lesen einiger anderer Kommentare von Festivalbesuchern das Gefühl nicht los, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben, die zeitgleich spielenden Deichkind sollen sensationell gespielt haben. Naja, Deichkind sieht man hierzulande öfter als Pearl Jam, von daher passt das schon.
Immerhin, der Plan mit der problemlosen Abfahrt ging voll auf, nach einem kleinen Eilmarsch zum Parkplatz ab ins Auto und ab die Luzi - wobei wir uns allerdings etwas verloren haben und schließlich nicht komplett beim angepeilten BK an der Sittenser Autobahnauffahrt einfanden. So musste das abschliessende Gruppenkuscheln leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
Statt eines Fazits gibt es diesmal gute Vorsätze, die bestimmt wieder verworfen werden:
- nächstes Mal nur noch Hurricane, wenn nicht so viele Prolls da sind (wie sonst auch),
- nächstes Mal nehmen wir nicht so viel zu futtern mit, die Reste müssen wir eh’ wieder mit zurück nehmen (wie sonst auch) ,
- nächstes Mal kommen wir mit ‘nem Wohnmobil, da haben wir die Schlepperei nicht am Hals und ein bequemeres Bett sowieso (wie sonst auch).
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Der Samstag begann bereits um sieben Uhr morgens, da die Natur mich rief. Dabei hatte ich auch Gelegenheit, mir das noch miesere Wetter als am Vortag anzusehen. Aber da musste man nunmal durch, alles erledigen und wieder zurück, weiterpennen. Die nächtlichen Sänger müssen ja zum Glück auch irgendwann schlafen, immerhin weiß ich jetzt, was eine Allee ist (neuer Festival-Insider).
Als wir am Vormittag schließlich frühstückten (im selben Stil wie am Vortag, höhö), kam dann nochmal ein richtiger Platzregen und trockene Fläche wurde langsam, aber sicher knapp (Nils hat auch hierzu ein passendes Foto gemacht). Glücklicherweise erwies sich der Boden als aufnahmefähig genug, um das Wasser einsickern zu lassen.
Bei dem miesen Wetter war es allerdings nur natürlich, dass wir eine Band nach der anderen ohne uns spielen liessen, das Samstag-Nachmittags-Line-up war ohnehin nicht unbedingt unser Fall. Gegen halb sechs spielte Frank Black (okay), danach haben wir nochmal gegrillt (wir sind schon Freßsäcke, gell?), um viertel nach neun spielten endlich Incubus (sehr gut) und anschliessend Marilyn Manson - war nett, sich den “Schockrocker” mal anzusehen, man konnte leicht erraten, weshalb er in weiten Gegenden der puritanisch geprägten USA so verhasst ist. Ich hatte allerdings den Eindruck, Mr. Manson war leicht angepisst darüber, dass einige Aktionen wie “Hose runter vor Publikum” in Deutschland eher mit wohlwollendem Nicken zur Kenntnis genommen werden, für den großen Applaus reicht sowas nicht aus (da hätte sich Mr. Manson ruhig an einigen besonders würdelosen Festivalbesuchern orientieren können).
Dann - aus meiner Sicht - das Waterloo des Abends: Nils und ich wollten eigentlich zu den Country-Bluegrass-ACDC-Cover-Jungs von Hayseed Dixie pilgern, die von eins bis zwei spielten. Dieser Plan konnte jedoch nicht in die Tat umgesetzt werden: 1.) Vor dem Zelt war es sehr voll (ich hatte später im Forum gelesen, dass dies der Einlasspolitik der Security zu verdanken ist - im Zelt selbst war es wohl ziemlich leer), 2.) Die Schnell-über-den-Schlamm-Renn-Technik vom Vortag versagte diesmal kläglich - durch den vielen vom Nachmittag besaß der Schlamm eine völlig andere Konsistenz und war nicht mehr “tragfähig” - bei jedem Schritt sackten wir bis zu den Knöcheln ein, bis ich “Schluß! Aus! Das isses mir nicht wert!” über den Platz schrie und Richtung festen Boden sprintete. Schade, aber man kann nicht alles haben.
Nach der Aktionen ging’s dann wieder zum Zeltplatz zurück. Zur Entspannung gab es noch Tee (wobei Thomas und ich beim Kartuschenwechsel fast unser Zelt gesprengt hätten). Vorher haben wir aber noch zwei Kids abgefertigt, die angeblich auf der Suche nach Aspirin für ihre Freundin waren (dies aber wohl nicht von den Sanitätern bekommen haben) - was rauchen die Kinder eigentlich heutzutage?
P.S.: Stichwort Sanitäter: Meine persönlichen Helden, wie die es immer wieder schaffen, dass so ziemlich jedes Hurricane-Festival ohne Todesopfer auskommt - woran viele der Hilfsbedürftigen aktiv mitgearbeitet hätten. Der Kampf Sanitäter vs. Patient konnte offenbar in allen Fällen gewonnen werden.
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Kleiner Einwurf noch zum Hurricane:
Offenbar hatten auch andere Leute eine Menge Spaß oder haben zumindest für Unterhaltung gesorgt. Jemand war so nett, ein selbst aufgenommenes Video ins Netz zu stellen von ein paar Jungs, die offenbar ihre Würde gegen Eintrittskarten getauscht haben (Vorsicht: Nackte Dingdongs!) Am Besten schnell anschauen, bevor die unfreiwilligen Filmstars sich daran erinnern, dass es sowas wie “Recht am eigenen Bild” gibt - es sei denn, §23 des Kunsturheberrechtsgesetzes würde hier greifen… na, wahrscheinlich nicht.
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Nach einer überraschend erholsamen Nacht - Dank an den Hersteller meiner Ohrstöpsel! - und relativ viel Schlaf kroch ich etwa um neun aus dem Zelt. Es wurde ein nettes Frühstück - das Teewasser köchelte auf dem Gaskocher, das Futter garte auf dem Grill, und da das Wetter mies war, konnten wir den armen Leutchen, die erst am Freitag ankamen, beim Aufbau ihrer Zelte beobachten. Da der Platz offenbar bereits ziemlich voll war, bekamen wir noch weitere Gesellschaft von zwei Mädels, die uns allerdings durch diverse Mitbringsel wie Flyer, Promo-CDs und Buttons reichlich für den Platzverlust entschädigen konnten (jetzt habe ich auch ein weiteres Poster - und bin um die Erkenntnis reicher, dass ich der grösste Fan der Foo Fighters in diesem Quadranten zu sein scheine ).
Der Status der Dixies übrigens: Buh! Offenbar gab es seit dem Vorabend keine Leerung und als Mann war man einmal mehr froh über seine anatomischen Vorteile beim Wasserlassen. Doch bei jedem Schritt durch den Schlamm befiel mich immer der selbe Gedanke: “Herr, laß’ es Wasser sein…”
Irgendwann am Nachmittag gab es natürlich auch Musik, also pilgerten wir kollektiv auf’s Veranstaltungsgelände. Da die “Große Kontrolle” diesmal bereits am Campinggelände statt fand, wurden wir dort nur flüchtig nach Glasflaschen abgesucht, ging flotter als die letzten Jahre. Ah ja, die Security, jedes Mal wieder ein Erlebnis: Als wir am Vortag unsere Sachen auf den Zeltplatz geschleppt hatten, habe ich beim zweiten Durchgang einen Sec erwischt, der sich bis auf den Boden meiner Kühlbox gewühlt hatte, beim dritten Durchgang wurde ich von einem (nicht) kontrolliert, der sich lieber in Ruhe mit jemand anderem unterhalten wollte. In der Verpackung unseres Pavillons hätten wir daher auch eine Panzerfaust mitschleppen können. Keine Angst, hamma nich’!
Musik: Auf der Green Stage (die Hauptbühne sozusagen) haben wir uns erstmal McQueen reingezogen, eine Band aus sehr rockenden Mädels, guter Opener. Danach haben wir uns erstmal die Mühe gemacht, den Rest des Geländes zu inspizieren: Die Veranstalter haben den Eichenring in diesem Jahr kurzerhand nach hinten hin geöffnet und die dahinterliegende Wiese okkupiert, ergo war das Gelände doppelt so groß wie sonst. Gut so, es war auch so schon voll genug. Auf dem Weg zum Coca Cola Soundwave Tent offenbarte sich auch gleich der erste Nachteil: Was bringt die Fläche, wenn man sie kaum betreten kann? Vom Regen aufgeweicht hielt der Ackerboden dem Ansturm der Massen nicht stand und verwandelte sich in eine Schlammwüste, die wir da vorfanden. Nils hatte die Technik schnell raus: Damit man nicht bis zu den Knöcheln im Schlamm versank, musste man schnell rüber, mit grossen Schritten und flacher Sohle auftretend (und nicht auf die empörten Rufe der Leute hinter sich achtend) über den Schlamm rennen. Klappte gut, die Turnschuhe waren dennoch ein Fall für die Waschmaschine. Das Soundwave Tent selbst war ganz schnuckelig, ein paar Strohballen rein und die ländliche Scheunenfete wäre komplett.
Gegen halb acht hatten dann Snow Patrol ihren Auftritt, der Name hatte mir vorher nichts gesagt, aber ich entsann mich daran, einige Songs schonmal gehört zu haben (und sei es bei The O.C.). Guter Auftritt, sehr chillig. Danach gingen wir (ich, Nils und Thomas - also auf drei Leute zusammengeschrumpft) etwas weiter nach vorn, um uns die Fantastischen Vier reinzuziehen, auf die ich mich als alter Fan sehr gefreut hatte. Um es so kurz wie möglich zu machen: Was ich mitbekommen hatte, gefiel mir gut. Wie gut die Show in ihrer Gesamtheit war, kann ich allerdings nicht beurteilen, weil ich insbesondere vom Anfang nicht viel mitbekam. Meine Güte, waren die Leute auf dem Hurricane-Festival eigentlich schon immer so asozial?!? Vorne voll? Gibt’s nicht, mit Gewalt rein und durch, egal ob jemand im Weg ist! Ich habe noch nie erlebt, dass die Ordner so viele Besucher über die Wellenbrecher in Sicherheit bringen mussten wie dieses Jahr bei den Fantas (war zumindest in unserer Ecke so)! So spielten die Vier ihr chilliges “Tag am Meer”, während ich mir vornahm, nicht mehr für die Turbojugend Dummsdorf zu bremsen, oder wo die hässlichen Motzfressen mit den Pornobrillen auch immer herkommen (mal ehrlich, ist es Euch auch schonmal aufgefallen, dass diese “Turbojugend”-Kiddies durch die Bank weg alle hässlich sind? Wie machen die das?)
Beim nächsten Act haben wir daher einen gewissen Sicherheitsabstand eingehalten und uns die großartigen Beastie Boys aus New York angeschaut. Schön, die alten Herren mal gesehen zu haben - sehr groß, sehr stark, vermutlich auch sehr routiniert. Und es wurde auffallend selten bei ihren neuen Stücken gejubelt, so richtig geil ist eben nur das alte Zeug .
Immerhin, der Abschluß des Tages verdiente das Prädikat “Sehr gut”: Queens of the Stone Age! Irgendwelche Sissies hatten sich hinterher beschwert, die Musik sei nicht laut genug gewesen. Vielleicht stand ich zu weit vorn, aber die sehr geile Musik und die sehr geile Show kamen gut hörbar rüber. Super, so stelle ich mir das vor!
Im Vergleich zum Vorjahr waren wir am Ende des Tages noch erstaunlich fit, aber irgendwie kamen wir auch in diesem Jahr nicht dazu, uns noch in das Disco-Zelt zu schleifen. Macht aber nix, das Festival ging ja schließlich noch zwei weitere Tage.
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