Posts Tagged “fernsehen”

Damit ich nicht hinterher wieder sage “Och schade, ich habe den schönen Skandal verpasst”, habe ich mir die Maischberger-Sendung von gestern abend tatsächlich angesehen. Zur Abwechslung ist allerdings niemand aus dem Studio gegangen (worden). So konnte Lady Bitch Ray ca. anderthalb Stunden lang publikumswirksam ihre Show abziehen (rein zufällig erscheint am Freitag eine neue Single…)
Die Frau ist allerdings ein Phänomen: Mitunter sagte sie Dinge, die durchaus richtig sind und sie in einem positiven Licht erscheinen lassen - und im nächsten Augenblick gibt sie irgendwas von sich, was man vielleicht von einer 16jährigen Schulabbrecherin erwartet hätte. Und damit spiele ich nicht auf die Tatsache an, daß wohl niemand bisher in Sandra Maischbergers Sendung so oft “Fotze” und “Möse” sagen durfte. Exemplarisch fällt mir die Situation ein, als Aufklärungsfilmer Oswald Kolle gerade einen guten Redebeitrag über die Wichtigkeit von Emanzipation und Aufgeklärtheit brachte, der eigentlich von allen nur mit einem zustimmenden Nicken quittiert wurde - und plötzlich blökt LBR von der Seite ihr “Yeah, Vagina-Style!” in die Runde. Auch wenn sie und ich etwa im gleich Alter sind - der Ausspruch “Sei still, wenn Erwachsene sich unterhalten!” hätte meine Gedanken zu diesem Zeitpunkt wohl am Besten zum Ausdruck gebracht. Naja, man muß wohl “den Künstler in seiner Gesamtheit” sehen… Mein Lieblingsdialog des Abends war auf jeden Fall zwischen LBR und Frau Maischberger. Sinngemäß:

LBR: “Früher haben uns die Männer als ‘Bitch‘ abgestempelt, jetzt tun wir Frauen das selber!”
SM: “Und das ist ein Fortschritt?”

Ansonsten war die Show eher so, daß man sie gern als nächstes wegrationalisieren könnte. Oswald Kolle war besser, als ich erwartet hätte (so oft habe ich den Mann aber auch noch nicht reden hören), Wolfgang Büscher (vom Sozialwerk “Arche” in Berlin) hat seine Rolle als “Mahner” gut gespielt, Michaela May wirkte, als könne sie ununterbrochen den Kopf schütteln über die beiden jüngeren Gäste (die ja auch - jeder auf seine Weise - extreme Gegensätze verkörperten) - ansonsten kam Frau May fast überhaupt nicht zu Wort (SM irgendwann im Laufe der Sendung: „Darf ich Frau May eine Frage stellen - die hat lange nix gesagt.“) Tja, und der Kein-Sex-vor-der-Ehe-Honk war halt der Kein-Sex-vor-der-Ehe-Honk.

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Man kann über Gerichtsshows sagen, was man will, ein gutes haben sie: Die Krawall-Talkshows, die bei den Privatsendern um den Mittag herum liefen, sind bis auf drei Ausnahmen weitestgehend ausgestorben.

Das hätte das Ende der Geschichte sein können, aber leider kopieren die öffentlich-rechtlichen Sender hauptsächlich schlechte Ideen von ihrer privaten Konkurrenz, um hohe Einschaltquoten zu erzielen (wieso interessiert sich ein ÖR-Sender eigentlich überhaupt für Einschaltquoten?) Der Unterschied ist, daß der Krawall-Talk in die Abendstunden verlegt wurde. Und sich - anstatt Unterschichtler aus der Plattenbausiedlung - mehr oder weniger Prominente anbrüllen bzw. irgendwelche Skandälchen inszenieren. Oder wie ist es sonst zu erklären, daß sich TV-Wissenschatsjournalist Joachim Bublath bei “Menschen bei Maischberger” in eine Diskussion mit der UFO-gläubigen Nina Hagen und irgendeiner abgedrehten “Engel-Expertin” setzen mußte? Diese Konstellation hätte bei jeden Geschäftsführer eines Privatsenders die Hände reiben lassen, wäre die Show bei ihnen gelaufen.

Gut, hinterher ist es natürlich immer leicht zu meckern - deshalb sage ich bereits vor der kommenden Maischberger-Sendung (die läuft morgen), daß sie ein riesengroßer, krawalliger Trash-Talk wird. Argumente?

  • Das Thema: “Keuschheit statt Porno – brauchen wir eine neue Sexualmoral?” Super, topaktuelles Thema. Die Zeitungen schreiben gerade über nichts anderes. Und Sex zieht immer.
  • Die Gäste: Schauspielerin Michaela May, HipPopperin Lady Bitch Ray, “Aufklärer der Nation” Oswald Kolle, der katholische Jung-Fundamentalist Nathanael Liminski und der Sprecher des Berliner Kinderhilfswerks “Die Arche”, Wolfgang Büscher.

Herrlich, oder? Das Thema der Talkshow ist “Poppen” und in der Arena treten an:

    Eine konservative Schauspielerin, mit der sich die meisten Zuschauer identifizieren dürfen,
    eine selbsternannte Schlampe, die mit F-Wörtern und anderen nicht salonfähigen Wörtern um sich werfen darf,
    den bekanntesten Regisseur von “Aufklärungsfilmen”, von denen bestimmt in einigen Ausschnitten etwas zu sehen sein wird (die MAD würde sagen: *lechz!*),
    einen Kein-Sex-vor-der-Ehe-Honk zum Auslachen (bei Arabella hätte dieser Gast eine dicke Brille und eine fettige Perücke getragen)
    und den vernünftigen, objektiven Mahner, der dem Publikum erklärt, in welche Abgründe die Gesellschaft stürzt, wenn überall nur Titten gezeigt werden (und wieder: *lechz!*)

Vielleicht schaue ich mir das ganze an und schaue, ob ich Recht hatte mit meiner Prognose. Vielleicht werde ich ja auch positiv überrascht.

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Nina HagenTja, mein Anliegen steht ja bereits im Titel: Ich will eine eigene Talkshow. Warum? Eigentlich nur aus einem Grund: Wenn Nina Hagen (auf dem Bild noch ohne Make-up) eine eigene Talkshow kriegt, will ich auch eine. Immer, wenn sie in irgendeine Show eingeladen wurde, schreit sie entweder herum oder wird sonstwie ausfallend. Und daß Joachim Bublath neulich das Studio von Frau Maischberger verlassen hat, weil er sich als einzige anwesende Stimme der Vernunft von der Ufo-gläubigen Frau Hagen auf der einen und von einer Engel-Expertin auf der anderen Seite umgeben sah, kann ich nachvollziehen. Daß Nina Hagen spätesten seit ihrer Popstars-Jurymitgliedschaft ihre Punk-Seele offenbar dem Allmächtigen vermacht hat, ist in diesem Punkt nicht einmal relevant. Entscheidend ist vielmehr die Frage, warum Menschen, die ohnehin viel zu oft in den Medien präsent sind und zusätzlich noch durch mangelhaftes Gesprächsverhalten auffallen, auch noch eine eigene Show kriegen?
Kleiner Trost: ProSieben, der Sender, der diese Show gerüchteweise produzieren will, glänzte in der Vergangenheit nicht unbedingt durch grenzenloses Durchhaltevermögen. Also: Nicht angucken!

(Foto: Flickr/Walmink unter CC2.0-Licence)

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Kennt Ihr noch 9 Live? Richtig: Der Sender, der geschaffen wurde, damit die Unterschicht nicht mehr in Spielhallen herumhängen muß, sondern Ihr Geld von zu Hause aus verjubeln kann. Abgesehen davon kann man von den dort angestellten Moderatoren wider Erwarten doch noch etwas lernen…

Lektion 1: “Du sollst in Deinen Ausreden keine Wörter verwenden, die Du nicht kennst.”

Lektion 2: “Du sollst in Deinen Ausreden keine Wörter verwenden, die es nicht gibt.”

Und “adophil” steht nunmal nicht im Duden. Noch nicht. Aber wenn eseines Tages einen Eintrag bekommen sollte, gibt es bereits eine Empfehlung vom IT-Guerillo. Klingt plausibel.

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Es gibt eben doch Momente, in denen es sich lohnt, den Fernseher einzuschalten. Und damit meine ich nicht die Kerner-Talkshow von gestern abend (Zusammenfassung bei f!xmbr nachzulesen). Obwohl es beinahe ein historischer Moment war, mitzuerleben, daß sich tatsächlich jemand nicht zu schade dafür ist, im deutschen Fernsehen Adolfs Autobahnen zu loben.
Nein, das Medium gewinnt unter anderem durch gut gemachte Serien an Qualität. Und heute ist es endlich soweit: Die bereits mit diversen Auszeichnungen überhäufte Serie Heroes aus dem Hause NBC läuft in Deutschland an und hat mit RTL2 einen Sender gefunden, bei dem man eine Serie dieser Güte eigentlich nicht vermuten würde (ja gut, sie zeigen “Battlestar Galactica”, aber eben auch solche Perlen wie “Frauentausch”). Wer die erste Staffel bereits im US-Fernsehen sehen konnte, muß den ganzen Kram natürlich nicht auch noch auf deutsch schauen, andererseits wäre es schade um die Einschaltquoten. Also: Anschauen, Marsch, Marsch :) !
Persönliche Anmerkung: Eigentlich kommt es selten genug vor, daß ich für eine TV-Serie missionarisch tätig werde, aber “Heroes” ist eine gute Gelegenheit, mich an allen Babylon5-Zwangsbeglückern zu rächen, die mich unermüdlich damit nerven, wie toll dieser Weltraumschrott doch war. Ich. Mag. Es. Wirklich. Nicht.

(Heroes, Mi. 10.10.2007, 20:15, RTL2)

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Um das Wochenende nochmal komplett aufzuarbeiten ;) :

Es gibt tatsächlich Leute, die sich den Transformers-Film im Kino aus gutem Grund anschauen konnten. Entweder haben sie in ihrer Kindheit mit den Autorobotern gespielt oder sie beschäftigen sich viel mit CGI und haben sich den Blockbuster aus “beruflichen” Gründen angesehen.

Der Film Ronin aus dem Jahr 1998 ist zwar nur ein Jahr älter als “The Phantom Menace” und “Matrix”, die Actionszenen wurden allerdings nach einem völlig anderen handwerklichen Prinzip gedreht. Regisseur John Frankenheimer galt ohnehin nicht als Fan computergenerierter Spezialeffekte, in Ronin wurde selbst bei Autoverfolgungsjagten durch die Innenstadt komplett darauf verzichtet. Auf die altmodische Art gingen bei den Dreharbeiten etwa 80 Autos zu Bruch, und wenn ein Audi S8 mit 160 Sachen durch die Häuserschluchten bewegt wird, sollten Freunde niedertourigen Fahrens gaaanz stark sein. Man erfreut sich am Film und leidet mit der Technik.
[Ronin, 02.09.07 20:15h Kabel1]

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Na, wenn das kein Grund für gewisse Privatsender ist, die “Krieg gegen den Terror”-Hintergründe wieder vom Dachboden hervorzuholen: Gestern nachmittag wurden offenbar drei Männer festgenommen, die Chemikalien zum Bau von Bomben von einem Lager ins andere andere schaffen wollten. Zugegeben, von friedlichen Absichten darf man wohl nicht ausgehen, aber das ist ohnehin Sache der Ermittler. Aber als mir bereits beim morgentlichen Einschalten eines einschlägigen Nachrichtensenders ein “Terrorismus-Experte” (davon hat mir die Berufsberatung vom Arbeitsamt nie erzählt) mit ernster Miene entgegen blickte, musste ich doch erstmal nachlesen, was nun genau passiert sei. Wenig überraschend gibt es da eine gewisse Unterschiede in der Berichterstattung. Liest man zum Beispiel die Online-Ausgabe der Bild, springt einem die Schlagzeile

Terroranschlag in letzter Minute verhindert

entgegen. Hm…? Die Bomben waren doch noch gar nicht fertig, dachte ich. Der Spiegel schreibt dazu:

Vermutlich, so die Einschätzung von Fahndern, wollten sie in den kommenden Tagen und Wochen mit den Chemikalien experimentieren und möglicherweise dann mit dem Bombenbau beginnen. Von einem zündfähigen Sprengkörper allerdings waren sie noch weit entfernt.

Verbrechen geplant, Verbrechen vereitelt, das Thema könnte hier erledigt sein. Bei einem Thema wie diesem wird in den nächsten Wochen sicherlich noch das ganze Paket wieder aufgemacht, angefangen von innerer Sicherheit bis hin zu den damit verbundenen präventiven Überwachungsmaßnahmen - und wir wissen ja, wie gern viele Blogger über Datenschutz schreiben. Aber dafür werden sich genug andere Freiwillige melden. Soll nur keiner sagen, ich hätte es nicht voraus gesehen :) .

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Eine dieser Fragen, die mit “wieso…” anfangen: Wieso ist “Das perfekte Dinner” eigentlich eine der beliebtesten Kochsendungen im deutschen Fernsehen? Gestern habe ich mir zum ersten Mal mehr als fünf Minuten am Stück angetan - ich verstehe es nicht. Und noch weniger, warum sich Menschen freiwillig als Gastgeber bewerben. Mein Eindruck von der Sendung:

Fünf Langweiler treffen sich bei einem der Kandidaten zu Hause. Der Gastgeber kocht ein 3-Gänge-Menü, bei dem höchstens 30% der Zutaten in einem gewöhnlichen Supermarkt zu finden sein dürfen. Die Gäste durchwühlen inzwischen die Schubladen, nörgeln über die unpassenden Servietten und bemühen sich um möglichst unamüsante Gespräche (wobei mir der sprichwörtliche Stock im Ar%&$ einfiel). Ich hoffe, der Einfluß dieser Show auf das Alltagsleben der Zuschauer hält sich in Grenzen, ansonsten dürfen wir uns in Zukunft auf “Stillsitzen und Mund halten” in steriler Umgebung freuen. Aber wenigstens dürfen wir als Rache über die Servietten nörgeln.

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Das Fernsehen versorgt uns mit Dingen, bei denen ich mich frage, wer sowas eigentlich schaut. Telefonquizsendungen zum Beispiel, oder Gülcan’s Traumhochzeit. Das sind allerdings auch Sendungen, die die Zuschauer nach und nach dumm machen.

Weshalb sich allerdings noch Zuschauer für die Übertragung der Tour de France interessieren, verstehe ich ebenso wenig. Jede Etappe erstreckt sich über mehrere Stunden und wann immer ich als Laie auch einschalte, ich sehe nur irgendwelche Typen beim Radfahren - eine Tätigkeit, die im Vergleich mit anderen sportlichen Aktivitäten wenig Variation aufweist. So bewundernswert es auch ist, wenn ein Mensch es schafft, täglich ca. 200 km mit dem Rad zurück zu legen - und zwar nicht im ostfriesischen Flachland - es tritt selten ein Ereignis ein, das für etwas Abwechslung sorgt (daß mal jemand rückwärts fährt oder so).
Als wäre dies nicht genug, gibt es ja nun noch das altbekannte Dopingproblem. In scheinbar immer kürzeren Abständen werden Radfahrer erwischt, die ihren Körper mit irgendwelchen Mittelchen die letzten Reserven entlockt haben. Danach geht stets ein Aufschrei der Empörung durch die Landschaft - wieso eigentlich? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass seit dem Mauerfall mal irgend ein Tour-Sieger nicht gedopt war (und sei es im Nachhinein festgestellt worden). Also, wir fassen zusammen: Sportart Radfahren: [Für die meisten Zuschauer zu unspetakulär, um längere Zeit wach zu belieben] + [Gewinner beschei&%t sowieso] -> Warum tut man sich sowas an?
Dieser Beitrag ist weder als Polemik noch als Apell zu verstehen - ich möchte es einfach nur gern wissen :) .

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