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Die Konkurrenz im Online-Nachrichtengeschäft ist groß, Nachrichten knapp und vor allem ist Eile geboten. Daß unter diesen Umständen nicht jede Quelle sorgfältig geprüft wird, bleibt offenbar nicht aus. So schreibt die FAZ heute in ihrem Sportteil, daß Markus Merk zum dritten Mal zum Welt-Schiedsrichter des Jahres gekürt wurde, und zwar von der International Federation of Football History & Statistics (IFFHS). Was ist nun der IFFHS genau? Ein Verband mit 200 Mitgliedern in 83 Ländern, wie auf der eigenen Internetpräsenz zu erfahren ist? Die taz ist offenbar anderer Meinung und reduziert die Anzahl der beteiligten Personen noch einmal ganz erheblich. Es gilt wohl mal wieder die alte Kaufmannsweisheit: “Gut verpackt ist halb verkauft”.

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Es gibt eine Menge Menschen, die sich über zu viele Anglizismen in der deutschen Sprache beschweren. Dass diese Menschen es im Zeitalter des Internets besonders schwer haben, liegt auf der Hand. Aber man kann nicht alles wortgetreu übersetzen oder aber die Übersetzungen tun den Augen weh. Darüber hinaus bin ich mir mitunter nicht mehr sicher, was die Bedeutung einiger Vokabeln angeht. Prominentes Beispiel: “Content” = “der Inhalt”.

Ein aktueller Beitrag bei F!XMBR befasst sich mit den Inhalten deutschsprachiger Blogs (mir von einem Freund zugetragen, danke Tante, kriegst ‘nen Link ;) ) . Das Phänomen “Belanglosigkeit von Beiträgen” ist offenbar stärker ausgeprägt als ich befürchtet habe: Von 100 Beiträgen, die auf den 30 deutschen “Top-Blogs” (laut der deutschen Blogcharts), beinhalten 36 Beiträge irgendwelche Linktipps, weitere 19 Beiträge sind Linktipps + ein paar Sätze. Und - davon kann man ausgehen - viele dieser Linktipps wurden von anderen “Top-Blogs” übernommen. Dem Artikel zufolge, aus dem ich gerade zitiere, fallen gerade einmal 17% der Beiträge in die Kategorie “mit Inhalt”. 17 lächerliche Prozent? Das ist ziemlich wenig dafür, dass sich einige dieser Blogger auf eigenen Konferenzen gegenseitig für ihre tolle Arbeit auf die Schulter klopfen. Sollten sich in absehbarer Zeit Dieter Bohlen, Jürgen Drews und die Flippers treffen, um sich gegenseitig für die Verbesserung der Qualität deutschsprachiger Musik zu loben, würde dies auch nicht weniger Sinn machen.

Wenn ein kleiner Laien-Schreiber wie ich das machen würde, wäre es ja noch was anderes (und egal, was die Zukunft bringt, will auch nicht A-Blogger genannt werden). Aber dass die 30 Blogs mit den meisten Lesern im deutschen Sprachraum ihre Inhalte grösstenteils aus dem Klonen von Unfug beziehen ist doch ziemlich ernüchternd. Was aber noch schlimmer ist als das Kopieren von Belanglosigkeiten ist die Tatsache, dass dieser Schrott offenbar auch noch von so vielen Leuten gelesen wird. Anstatt diese Linkfabriken durch Entzug jeglicher Aufmerksamkeit zu bestrafen, wird auch noch fleissig verlinkt. Klar, denn durch diesen Mechanismus erhält sich das System am Leben. Und um noch weiter zu ketzen: Wer benutzt digg.com tatsächlich, um nach interessanten Artikeln zu suchen? Ich behaupte, die meisten Blogger wollen lediglich, dass ihre Leser (oder sie selbst) ihre Artikel dort “empfehlen” - Link ist Link und Besucher sind das, was zählt. Egal, woher sie kommen.
Da ich kein Web-Fundamentalist bin, sehe ich die Sache mit den Blogs so ähnlich wie das Geschäft mit der Musik: Ich habe nichts dagegen, wenn jemand Publikumserfolg anstrebt oder gar versucht, damit Geld zu verdienen. Aber dann will ich auch Qualität sehen.

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