Posts Tagged “bahn”

Nachdem in Prospekten, Anzeigen und sogar TV-Spots für die günstigen Bahntickets geworben wurde (55 Euro für Hin- und Rückfahrt innerhalb Deutschlands, außer Freitags), bin ich heute morgen gleich zur nachbarschaftlichen… Littl-Filiale gegangen, um mir noch einen der kleinen, roten Umschläge zu sichern. So eine Überraschung: Um Viertel nach sieben waren außer mir gerade einmal drei Kunden im Laden! Scheint so, als hätten viele Schnäppchenfahrer das Kleingedruckte übersehen: “Am kommenden Montag haben wir schon um sieben Uhr für Sie geöffnet!” So entgegnete mir auch der Kassierer auf meine Bemerkung hin, ich hätte einen vollen Laden erwartet: “Dann kommen Sie um acht wieder.” Werde ich jetzt nicht machen, aber die Verlockung war groß.

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Wenn ich gefragt werde, was eigentlich den durchschnittlichen Deutschen auszeichnet, habe ich stets eine sehr genaue Vorstellung: Nicht die angebliche Ordnungsliebe und schon gar nicht Bier und Lederhosen, nein: Die Vorliebe für das Jammern, Nörgeln und sich-beschweren charaktisieren den durchschnittlichen Bundesbürger.

Als hätte es noch eines weiteren Beweises für meine These bedurft, hatte ich gestern noch ein interessantes Erlebnis mit einer Bahnreisenden. Ich wollte eigentlich mit der Regionalbahn von Oldenburg nach Bremen fahren, aber aufgrund einer nicht näher beschriebenen technischen Störung verzögerte sich die Abfahrt um einige Minuten. Während der Zug sich also noch - außerplanmäßig, wohlgemerkt! - im Bahnhof aufhielt, hetzte noch eine etwas schicker gekleidete Reisende heran, die das Glück hatte, ihren Zug überhaupt noch vorzufinden. Nachdem sie eingestiegen war, stand sie da nun, offenbar irritiert, daß sich die Abfahrt noch weiter hinzog. Nach einigen Minuten ging sie zu dem Mann von der Sicherheit…

[Kleiner Einschub: Seit wann werden unsere Züge eigentlich von Security begleitet? Haben in letzter Zeit häufiger irgendwelche Delm..., ich meine natürlich jugendliche Schwarzfahrer... randaliert, wenn sie erwischt wurden?]

Also: Die Dame ging also zum Sicherheitsmenschen und fragte ihn, wann es denn weiterginge. Natürlich wußte er es nicht, denn das ist nicht sein Job. Er verwies allerdings höflich an den Zugbegleiter, der gerade nähere Informationen einholte.

Diese Auskunft genügte der Dame offenbar nicht. Sie müsse wissen, ob es denn bald losginge, sie müsse pünktlich in Bremen eintreffen, weil ihr Anschlußzug doch neun Minuten später abfahren würde. Es könne doch nicht angehen, daß sie aufgrund dieser Verspätung ihren Zug nicht bekommen würde! Nach dem dritten Anlauf wurde es dem Sicherheitsolli dann doch zu bunt und er bemerkte immer noch höflich, aber bestimmter als vorher, daß die Reisende, wäre die Regionalbahn pünktlich nach Fahrplan abgefahren, schon diesen Zug gar nicht mehr bekommen hätte! Das Problem blieb also das selbe, Unglück im Glück sozusagen.

Aber das habe ich gern: Selbst wenn man unverschuldet - oder auch nicht - Opfer der Umstände wird, muß man doch nicht gleich Leute anmachen, die am wenigsten für die Situation können. Aber Hauptsache, man kann sich beschweren. Ähnliches erlebt man ja gern mal im Supermarkt (Ihr wißt schon, die von der billigen Sorte). Ab und an ist die Schlange vor der Kasse mal kilometerlang und das ist ärgerlich. Die Discounter sind auch deshalb so billig, weil am Personal gespart wird, daher gibt es dann ab und an mal einen Engpaß zu Stoßzeiten. Ich finde, das muß man einkalkulieren. Viele sind anderer Meinung und nörgeln lauthals herum, das geht dann von “…weitere Kasse aufmachen…” bus zu “…kaufe hier nie wieder!”

So, und wer beschwert sich am lautesten? Alleinerziehende Mütter, die zwischen Kinder abholen und zur Arbeit hetzen noch schnell was einkaufen wollen? Komischerweise nicht. Stattdessen erlebe ich dieses Verhalten meist bei Rentnern und… ähem… ziemlich abgerissenen Leuten mit Kornflasche im Einkaufswagen. In so einer Situation fehlen einem meist erstmal die passenden Worte. Sowas wie: “Was ist Ihr Problem, verpassen sie gerade einen wichtigen Geschäftstermin?”

Also, lieb sein zu den Mitmenschen!

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Gestern am frühen Nachmittag fuhr ich mal wieder mit dem Zug Richtung Bremen, diesmal mit dem “Heimspiel-Express” aus Oldenburg. So nenne ich die Regionalbahn einfach spaßeshalber, wenn der Zug voller Werder-Fans ist, die am Samstag nach Bremen fahren, um im Weserstadion ein Heimspiel ihrer geliebten Mannschaft zu sehen.
Die Fans in ihrer Gesamtheit waren auch gar kein Problem, auch wenn ich aufgrund der Anzahl Mitreisender natürlich stehen mußte. Alle waren freundlich und voller Vorfreude auf das Spiel. Aber ausgerechnet in meiner unmittelbaren Umgebung standen ein Heranwachsender und ein älterer Herr, der vermutlich sein Großvater war. Auffällig an ihm war zum einen, daß er vermutlich einer der wenigen ist, die sich ein Trikot des Bremer Torhüters anziehen - Tim Wiese hütet das Tor bekanntlich gern in pink. Natürlich waren speziell pinkfarbene Hemden in den letzten Jahren bei Männern schwer angesagt - witzigerweise vor allem bei der Sorte von Männern, die noch zwei Jahre vorher jedem in rosa gewandeten Geschlechtsgenossen mindestens spöttische Bemerkungen hinterher warfen.
Mit dem Wiese-Trikot hatte ich kein Problem. Meine Nase hätte sich allerdings am liebsten per Schleudersitz davon gemacht. Ich hatte noch gerätselt, ob das Trikot tatsächlich mal dem Torhüter gehört hatte und der Herr, der es ergatterte, in einem Anfall von Heldenverehrung fortan darauf verzichtete, sein farbenfrohes Kleidungsstück zu waschen, damit der heilige Schweiß seines Idols so lange wie möglich erhalten bliebe. Oder aber er gehörte der Gemeinschaft “Fußballfans gegen Seife e.V.” an. Letztlich war mir die Ursache für den Gestank aber egal, da ich unter den Folgen genug zu leiden hatte.
Werder hat übrigens nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder standesgemäß gewonnen. Weiter so, Jungs!

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Ja, es geht tatsächlich: Am gestrigen Sonntag habe ich die gesamte Strecke mit dem wunderbaren Wochenend-Ticket in elfeinhalb Stunden bewältigt. Es hätte auch eine Stunde schneller gehen können, aber aufgrund “spielender Kinder” auf den Gleisen habe ich einen Anschlußzug verpasst (von wegen “die spielen nur auf Autobahnen”).

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