Hurra, wir schreiben das Jahr 2008, und es wird ein gutes Jahr - zumindest scheint der Aufschwung bei den Menschen angekommen zu sein. Wenn man die gefühlte Böllermenge als Indikator nimmt [Christian: Du wohnst definitiv in der saubereren Stadt].
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Der passendste Satz zum ausklingenden Jahr kam wohl von Dieter Nuhr, der sinngemäß sagte, 2007 sei eigentlich wenig passiert - was scheiße ist, wenn man einen Jahresrückblick moderiert. Es fällt daher auch mir schwer, sich wirklich an die Highlights 2007 zu erinnern. Versuchen wir’s:
- Fehlkalkulation des Jahres: Herman, Eva (”Ich sage was kontroverses zum Dritten Reich, dann berichten alle über mich und machen Werbung für mein Buch.”) Ich glaube nicht, daß sich das wirklich rentiert hat, wenn man bedenkt, daß sämtliche Moderationsjobs für den NDR dafür flöten gingen.
- Politiker des Jahres (international): Al Gore - hey, er hat den Friedensnobelpreis gewonnen, Millionen von Amerikanern fordern geradezu seine Präsidentschaftskandidatur… populärer kann ein Normalsterblicher kaum werden.
- Politiker des Jahres (innen): Wolfgang Schäuble *duck* Jaja, schimpft ruhig, mein Liebling ist er auch nicht. Aber erstens hat er aus seinen Absichten nie ein Geheimnis gemacht, besitzt also tatsächlich sowas wie ein Profil. Und zweitens - ja, was erwartet denn Ihr von einem Innenminister? Seiters, Kanter, Schily und wie die ganzen Vorgänger hiessen - Innenminister werden nunmal von Amtswegen gehaßt, ich glaube, das gehört zu dem Job dazu. Außerdem hat Schäuble ja noch das Pech, daß wir derzeit einen relativ beliebten Finanzminister haben, der nicht dazu geeignet ist, den Haß der Bevölkerung auf sich zu ziehen.
- Patriotismusbooster des Jahres: Der WM-Titel für die Handballer
- Geschenk des Jahres: Der WM-Titel der Fußball-Frauen (Respekt vor der Leistung, aber die Mädels haben während des gesamten Turniers kein einziges Tor kassiert und sind auf solch würdige Gegner wie Argentinien gestossen [elf zu null, ich dachte schon, da liefe Handball]. Also: Was haben die anderen Länder denn bitte für Gurkenkickerinnen geschickt?
- Live-Auftrit des Jahres: Schwierig, ich kann ja immer nur für das sprechen, was ich gesehen habe. Ich entscheide mich mal für Queens of the Stone Age beim Hurricane-Festival 2007. Das ist Rock.
- Album des Jahres: Noch schwieriger - ach, egal: Die Queens’ holen den Doppeltitel dank Era Vulgaris. Die Fornika hat auf der Zielgeraden einfach etwas geschwächelt (der Rest des Albums ist aber gut). Experimentierfreudigen Gehörgängen dürfte außerdem die Super Taranta! von Gogol Bordello gefallen haben.
- Film des Jahres: Ach, 2007 war ein hartes Jahr für Cineasten. Am meisten gelacht habe ich wohl beim Simpsons-Movie, aber objektiv betrachtet war wohl Persepolis mit Abstand das Beste, was ich in diesem Jahr im Kino gesehen habe.
- Serie des Jahres: Ich könnte natürlich mal wieder Heroes anführen, aber die Serie läuft ja schon seit 2006 (außerdem war die erste Staffel besser). Daher geht der Titel an Chuck, ebenfalls aus dem Hause NBC - eine Serie, die wie gemacht ist für Geeks… oh, sorry - Nerds. Natürlich ist die Serie bisher nur in den Staaten angelaufen, wenn sie hierzulande gezeigt wird, ist Karl Vierstein seinen Titel als “Computerhirn” wohl erstmal los.
- Terminus des Jahres: “Die Menschen” (früher: “Die Wählerinnen und Wähler”), erdacht von führenden Sozialdemokraten. Wir werden es während der kommenden Wahlkämpfe sicher noch öfters hören.
und zur Unterhaltung, weil’s so schön war:
Bestimmt habe ich noch einiges vergessen, aber die Jahresrückblicke im Fernsehen sind so langweilig, daß ich auf diese Gedächtnisstütze verzichtet habe.
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