Gestern habe ich den einzig wahren Rückblick auf das Jahr 2008 gesehen : Switch reloaded ist einfach sehenswert! Der Abspann war übrigens zum Schießen und - solange das Video noch online ist - im Netz zu sehen. Ist das jetzt eine Meta-Parodie? Immerhin spielt da jemand eine andere Person, persifliert gleichzeitig allerdings eine Figur aus einem anderen Film, der ohnehin eine einzige Parodie ist…
Ja, ich habe immer noch einen StVZ-Account, ohne Bild und kompromittierende Daten zur eigenen Person. Wobei… Blogger und Datenschutz, ahahaha! “Niemand soll was über mich wissen… ach ja, Donnerstag um 18:45h war ich in Bremen am Roland, um mich mit xy zu treffen.” Egal - aus verhältnismäßig aktuellem Anlaß studierte ich jüngst Profile von Bekannten und lese immer wieder diese Angaben “Auf der Suche nach…” usw. Ist ein bißchen wie bei Kontaktanzeigen, die muß man erstmal entschlüsseln. Das geht dann in etwa so:
Auf der Suche nach…
[leer] - “Hab’ alles in meinem (realen) Bekanntenkreis”
“netten Leuten” - “Bin einsam, schreibt mir bitte!”
“Parties” - siehe oben
“Was sich eben ergibt” - “Fi$§t mich!!!”
Beziehungsstatus
[leer] - Geht keinen was an / Ist mir peinlich
vergeben - vergeben
solo - siehe Auf der Suche nach “was sich eben ergibt”
Da ich jetzt einen GPSr neueren Baujahres besitze, biete ich allen Wanderern, Seglern, Geocachern u.a. dieses günstige Einsteigermodell an. Ein Pin für das Interface ist leider abgebrochen, aber über Batterie kann man die alte Rübe noch sehr gut betreiben. Wie man auf dem Bild sieht, funktioniert das Gerät sehr gut.
Jawohl, es ist Adventszeit und Weihnachtsmärkte haben gerade Saison. Am vergangenen Wochenende hatte ich das Vergnügen, gleich auf vier Weihnachtsmärkten gewesen zu haben (wenn man einen kurzen Freitagnachmittagsbummel in HB-City dazurechnet). So entstehen denn auch Dialoge wie:
- “Wo warst Du denn gestern auf dem Weihnachtsmarkt?”
- “In Oldenburg.”
- “War es da gut?”
- “Doch, hat mir gefallen.”
- “Was gab es denn da so?”
- “Tja…”
…was sollte ich darauf antworten? Glühweinbuden, Bratwurstbuden, Weihnachtsgestecke und Bienenwachskerzen, Champignons in Knoblauchsoße… also eigentlich das gleiche wie auf allen anderen Weihnachtsmärkten. Mit Ausnahme von Aurich, dort steht ein Riesenrad (als Attraktion - für diejenigen, die sich abends bei etwa drei Grad Celsius noch den Winden in schwindelnder Höhe aussetzen wollten. Das waren nicht viele).
Wenn also ohnehin alle Weihnachtsmärkte ähnlich aufgebaut sind, wann kann man einem von ihnen dann das Prädikat “gut” verleihen? Oder ist es vielleicht so, daß Weihnachtsmärkte per Definition “gut” sind? Dann kann man ja nichts falsch machen. Also ab mit Euch, Glühwein trinken gehen! Oder wahlweise heißen Kakao.
Heute war in meiner Straße mal wieder Altpapiertag, also der Tag, an dem alle Anwohner ihre alten Zeitungen etc. an die Straße stellen, alles vom Regen aufgeweicht und von den städtischen Entsorgern als klebriger Brei abtransportiert wird. Als ich meinen Karton hochwuchtete, wurde ich neugierig und habe den Kram mal gewogen. In zwei Wochen haben sich demnach etwa sechs Kilogramm Altpapier angesammelt. Und dabei bin ich lediglich Abonnent einer Wochenzeitung - was sammelt sich wohl bei Leuten an, die eine regionale Tageszeitung beziehen oder gleich die FAZ oder die SZ? Besonders mit den Samstagsausgaben kann man bekanntlich auch Ratten erschlagen.
Nun sind die Preise für Altpapier mittlerweile wieder auf ein relativ normales Niveau gesunken. Dennoch wird hierzulande mittlerweile in einigen Regionen nicht mehr nur Altmetall angekauft (oder geklaut) und weiterverkauft, sondern vereinzelt auch Altpapierstapel nach Versandhauskatalogen durchforstet (die sind schwer und bringen am meisten ein) und diese dann an Rohstoffhändler verschachert. Und das in einem der reichsten Länder der Erde…
Als König der spinnerten Ideen habe ich mir jedenfalls überlegt, ob man sich den wertvollen Rohstoff (naja, 4 cent pro kg) nicht einfach frei Haus liefern lassen kann. Was in geringem Umfang bereits durch Anzeigenblätter gemacht wird, die zweimal die Woche von motivierten Boten in schulpflichtigem Alter gebracht werden. Die weniger motivierten Boten lassen die Zeitungsstapel an der nächsten Bushaltestelle stehen und hoffen darauf, daß sich niemand über die nicht-erscheinende Zeitung beschwert. Immerhin verticken diese heranwachsenden Kleinkriminellen ihre veruntreuten Zeitungen nicht an den nächsten Rohstoffhändler weiter. Im Monat kommt dabei schnell eine Tonne zusammen, schätze ich.
Jedenfalls leuchtet in fast jedem Blog-Impressum ein Satz fett gedruckt heraus:
Die Verwendung der Kontaktdaten zu kommerziellen oder werbenden Zwecken ist ausdrücklich untersagt!
Ab wann würde es sich lohnen, dieses Verbot einzuschränken durch die Ergänzung “postalisch zugestellte Werbung ist jedoch erwünscht”? Naja, nach einigen Schätzungen und Berechnungen - der Briefkasten braucht einen Anbau, der Container braucht Platz usw. - bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß sich das ganze ab ca. 50.000 Werbesendungen pro Tag lohnen würde. Oder wahlweise 1000 Versandhauskataloge.
Was denn? Hat irgend jemand darauf gehofft, von mir eine kostenlose Geschäftsidee zu erhalten? Müll bleibt Müll. Und schickt mir bitte keine Werbung.
Oh je, oh je, was soll ich denn nur machen? Mit etwas Pech ist mein kleines Blog bald nicht mehr grundgesetzkonform! Gibt es überhaupt eine deutsche Entsprechung für Blog/Weblog? Nicht, daß ich meine gesammelten Weisheiten auf einen Server im Ausland verlagern muß.
Gerade bin ich über eine Suchanfrage gestolpert, die mich neugierig macht: “woltmershausen sprüche”.
Es interessiert mich einfach, warum man nach diesen beiden Begriffen sucht. Vielleicht wurde Ihnen auch mein Weblog von einem meiner Bekannten empfohlen, weil ich ab und zu gern über das Bremer Szene-Viertel schreibe, in dem ich derzeit wohne. Obwohl die meisten Bremen-Stories von anderen Stadtteilen handeln. Andererseits muß ich doch der Menschheit von Woltmershausen berichten. Kennt doch sonst kaum jemand. Nichtmal die meisten Bremer, seien wir doch ehrlich, lediglich Seehausen dürfte noch unbekannter sein. Ist übrigens ein wunderschönes Dorf, durch das ich im Sommer gern mal mit dem Rad fahre. Aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn ich gefragt werde, was eigentlich den durchschnittlichen Deutschen auszeichnet, habe ich stets eine sehr genaue Vorstellung: Nicht die angebliche Ordnungsliebe und schon gar nicht Bier und Lederhosen, nein: Die Vorliebe für das Jammern, Nörgeln und sich-beschweren charaktisieren den durchschnittlichen Bundesbürger.
Als hätte es noch eines weiteren Beweises für meine These bedurft, hatte ich gestern noch ein interessantes Erlebnis mit einer Bahnreisenden. Ich wollte eigentlich mit der Regionalbahn von Oldenburg nach Bremen fahren, aber aufgrund einer nicht näher beschriebenen technischen Störung verzögerte sich die Abfahrt um einige Minuten. Während der Zug sich also noch - außerplanmäßig, wohlgemerkt! - im Bahnhof aufhielt, hetzte noch eine etwas schicker gekleidete Reisende heran, die das Glück hatte, ihren Zug überhaupt noch vorzufinden. Nachdem sie eingestiegen war, stand sie da nun, offenbar irritiert, daß sich die Abfahrt noch weiter hinzog. Nach einigen Minuten ging sie zu dem Mann von der Sicherheit…
[Kleiner Einschub: Seit wann werden unsere Züge eigentlich von Security begleitet? Haben in letzter Zeit häufiger irgendwelche Delm..., ich meine natürlich jugendliche Schwarzfahrer... randaliert, wenn sie erwischt wurden?]
Also: Die Dame ging also zum Sicherheitsmenschen und fragte ihn, wann es denn weiterginge. Natürlich wußte er es nicht, denn das ist nicht sein Job. Er verwies allerdings höflich an den Zugbegleiter, der gerade nähere Informationen einholte.
Diese Auskunft genügte der Dame offenbar nicht. Sie müsse wissen, ob es denn bald losginge, sie müsse pünktlich in Bremen eintreffen, weil ihr Anschlußzug doch neun Minuten später abfahren würde. Es könne doch nicht angehen, daß sie aufgrund dieser Verspätung ihren Zug nicht bekommen würde! Nach dem dritten Anlauf wurde es dem Sicherheitsolli dann doch zu bunt und er bemerkte immer noch höflich, aber bestimmter als vorher, daß die Reisende, wäre die Regionalbahn pünktlich nach Fahrplan abgefahren, schon diesen Zug gar nicht mehr bekommen hätte! Das Problem blieb also das selbe, Unglück im Glück sozusagen.
Aber das habe ich gern: Selbst wenn man unverschuldet - oder auch nicht - Opfer der Umstände wird, muß man doch nicht gleich Leute anmachen, die am wenigsten für die Situation können. Aber Hauptsache, man kann sich beschweren. Ähnliches erlebt man ja gern mal im Supermarkt (Ihr wißt schon, die von der billigen Sorte). Ab und an ist die Schlange vor der Kasse mal kilometerlang und das ist ärgerlich. Die Discounter sind auch deshalb so billig, weil am Personal gespart wird, daher gibt es dann ab und an mal einen Engpaß zu Stoßzeiten. Ich finde, das muß man einkalkulieren. Viele sind anderer Meinung und nörgeln lauthals herum, das geht dann von “…weitere Kasse aufmachen…” bus zu “…kaufe hier nie wieder!”
So, und wer beschwert sich am lautesten? Alleinerziehende Mütter, die zwischen Kinder abholen und zur Arbeit hetzen noch schnell was einkaufen wollen? Komischerweise nicht. Stattdessen erlebe ich dieses Verhalten meist bei Rentnern und… ähem… ziemlich abgerissenen Leuten mit Kornflasche im Einkaufswagen. In so einer Situation fehlen einem meist erstmal die passenden Worte. Sowas wie: “Was ist Ihr Problem, verpassen sie gerade einen wichtigen Geschäftstermin?”